
Nun ist es endlich auch in Deutschland angekommen: das iPad von Apple. Der große Ansturm auf den elektronischen Flunder blieb aber aus, zumindest in der Innenstadt Hamburgs.
Zirka 50 Personen folgten dem Hype Apples und belagerten bereits in der Früh den Top-Reseller Gravis am Ida-Ehre-Platz, nahe der Mönckebergstraße. Eine Dame wollte sogar ganz sicher gehen und beanspruchte vier Stunden vor Ladenöffnung ihren Platz in der sich darauf entwickelnden Schlange. Warum sie allerdings mitten und nicht am Anfang dieser stand, konnte im Laufe des Vormittags nicht mehr geklärt werden. Noch nicht verrückt genug? Sie fuhr mit einem BMW Z3 direkt vor den Laden, hielt somit mitten in der Fußgängerzone und nahm sich für den "Retter aller Verlage" sogar den Vormittag frei. Für eine Dame mittleren Alters also verrückt genug!

Klein aber fein: die Schlange vor dem Gravis
Eine andere nahm in ihrem selbst mitgebrachten Stuhl Platz und studierte inmitten der wartenden Meute, die ansonsten aus männlichen Protagonisten bestand, die Tagespresse im Printformat. Sie machte dabei einen unglaublich gelassenen Eindruck. Gerade das weibliche Geschlecht, obwohl in der Unterzahl, schien wesentlich cooler zu sein, ja fast schon so cool wie das iPad selbst. Diskutierten die Herren eher lautstark über die Möglichkeiten des bald gekauften Spielzeuges, versprühten die Frauen eine Ruhe, die Steve Jobs innerhalb seiner Marketingstrategie mit Sicherheit verboten hätte. Vielleicht lag es am Spirit der unnahbaren Prinzipalin Ida Ehre, deren Name die Straße schmückt? Sie leitete immerhin lange Jahre die Hamburger Kammerspiele und ist zudem Ehrenbürgerin der Stadt. Das mal nebenbei.
Egal. Das sagte sich um 8:10 Uhr auch Kevin. Er war nicht nur die Nummer Eins an der Kasse. Der Apfelliebhaber stolzierte in Siegerpose und unter Applaus aus dem Store und war sichtlich angetan.

Kevin: stolz wie Oskar
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